Geschichte des Fliegerhorstes Langendiebach von 1936 bis heute

Mit dem Überfall der deutschen Streitkräfte auf Polen am 1. September begann der Zweite Weltkrieg. Zu dieser Zeit gehörte Deutschland zu den weltweit stärksten Luftstreitmächten.

Der militärischen Planung des nationalsozialistischen Regimes folgend, war dazu seit Mitte der 1930er Jahre im gesamten Deutschen Reich eine umfassende Infrastruktur für die Luftwaffe geschaffen worden. Dazu gehörte ein Netz von Flugplätzen samt der entsprechenden Verkehrs- und Zivilinfrastruktur (Straßen, Bahnanbindung, Siedlungen). Deshalb wurden im gesamten Reichsgebiet immer wieder Standorte für neue, leistungsfähige Flugplätze gesucht. Kein unbedeutendes „Rädchen im Getriebe“ war dabei der Fliegerhorst Langendiebach, der bis 1945 zur Garnison Hanau gehörte, obwohl er auf der Gemarkung dreier Kommunen – Hanau, Bruchköbel, Langendiebach – lag.

 

 

1936 bis 1945 – Die deutschen Jahre

Der Aufbruch

Alles begann mit einer Notlandung: Im Herbst 1935 kämpfte eine Militärmaschine der deutschen Luftwaffe während eines Manövers mit technischen Problemen. Ein zur Langendiebacher Gemarkung gehörendes Feld hinter dem „Reußerhof“ bot sich dem Piloten der Junkers 52 (Ju 52) als provisorische Piste an. Er überstand die Notlandung nicht nur unbeschadet, sondern erkannte auch das Potenzial des Geländes für die Luftwaffe. Deshalb empfahl er, das Gebiet der weitläufig ebenen Fläche dahingehend zu untersuchen, ob es sich für einen Militärflugplatz eigne. Das Ergebnis fiel positiv aus. Zum ersten Spatenstich kam es 1936, die Einweihung fand am 19. März 1939 statt.

Die vorwiegend landwirtschaftlich genutzten Grundstücke befanden sich zum großen Teil in Privatbesitz, ein kleinerer Teil gehörte den Kommunen Langendiebach, Bruchköbel und Hanau. Der „Reichsfiskus Luftfahrt“ zahlte zwischen 55 und 65 Reichspfennig pro Quadratmeter, ein damals marktüblicher Preis.

Errichtet wurde der Fliegerhorst unter dem Decknahmen „Briefwaage“. Geplant waren drei Entwicklungsphasen über einen Zeitraum von 15 Jahren. Ein Zeitplan, den bald der Lauf der Geschichte durchkreuzte. Doch gebaut wurde bis in die letzten Kriegsjahre hinein, wenn auch nicht im vorgesehenen Maße. Langendiebach war als „Leithorst“ konzipiert, dem später die Flugplätze Altenstadt, Großostheim, Nidda und Zellhausen unterstellt werden sollten. Die militärische Liegenschaft hatte damit die Schlüsselstellung im westlichen Rhein-Main-Gebiet.

An den Arbeiten für die Gebäude und Flugzeughallen waren sowohl heimische Firmen – etwa die Hanauer Unternehmen Albrecht und Wagner – beteiligt als auch auswärtige Unternehmen. Letztere brachten ihre Arbeiter in einem Barackenlager innerhalb der Großbaustelle unter. Die Zahl der zwischen 1936 und 1939 auf dem Fliegerhorst eingesetzten Arbeitskräfte liegt bei rund 3.000 Menschen.

Stockende Entwicklung

Dass der Baufortschritt gegen Ende der 1930er Jahre ins Stocken geriet, lag zunächst nicht daran, dass es an Arbeitskräften fehlte. Zwar war die erste Bauphase bei Kriegsbeginn beendet – sozusagen pünktlich, denn dafür anvisiert worden war ja das Jahr 1939. Doch um wie geplant weiterzumachen, fehlten offensichtlich die Mittel. Die Misere des Reichsrüstungshaushalts war bis nach Langendiebach zu spüren. General Kessler, Generalstabchef des Luftkreiskommandos 4 in Münster, das über das Luftgaukommando XII in Gießen auch für den Fliegerhorst Langendiebach verantwortlich war, machte sich in einem „Brandbrief“ vom 1. Juni 1938 nicht nur emotional Luft, sondern fügte eine kühle Kalkulation bei: Er hatte für den Leithorst Langendiebach 19,1 Millionen Reichsmark angefordert. Bewilligt worden waren dem Luftgau für den Ausbau aber nur 3,5 Millionen Reichsmark – mithin nur 18 Prozent der notwendigen Mittel.

Und das unter kostentreibenden Bedingungen: Per Anordnung des Oberbefehlshabers der Luftwaffe mussten ab 1940 alle Einsatzflugplätze so getarnt werden, dass sie von feindlichen Maschinen aus nur wie landwirtschaftlich genutzte Fläche wirken würden. Es mussten also auch in Langendiebach Einrichtungen aufwändig unter die Erde verlegt werden, etwa das Tank- und Munitionslager.

Einweihung

Noch vor der offiziellen Einweihung wurde im Oktober 1938 die I. Gruppe des Kampfgeschwaders 155 mit zweimotorigen Maschinen vom Typ HE 111-P und den alten Maschinen vom Typ Ju 86 nach Langendiebach verlegt. Während die Soldaten am 1. März 1939 in der Garnison Hanau ihren alltäglichen Dienst verrichten, herrschte im Fliegerhorst buchstäblich „Feiertag“: kein Flugverkehr, keine Arbeiten in den Hangars und auf dem Flugfeld. Es war der „Tag der Luftwaffe“, der reichsweit zum zweiten Mal in allen Einrichtungen der neuen deutschen Luftstreitkräfte gefeiert wurde – und nun zum ersten Mal in Langendiebach mit Parade und Marschmusik.

Auch der Heldengedenktag am 12. März 1939, an dem der Gefallenen des Ersten Weltkriegs gedacht wurde, fand seinen Widerhall auf dem Fliegerhorst noch vor der offiziellen Einweihung.

Eine Woche später war es dann so weit: Am 19. März 1939, dem „Tag der Wehrmacht“ – also ein mit Bedacht gewählter Termin –, wurde der Fliegerhorst in Gegenwart von reichlich Prominenz aus der Luftwaffe seiner offiziellen Bestimmung übergeben. Auch für die Bevölkerung war die Veranstaltung eine willkommene Abwechslung. Bereits am Morgen hatte es in Langendiebach bei den „Vier Linden“ eine Feierstunde der Gemeinde gegeben, zu der die NSDAP-Ortsgruppenleitung die Bürgerschaft geladen hatte. Die Formationen des Fliegerhorstes marschierten nach den Festreden auf, und ein langer Zug von Luftwaffensoldaten und Zivilisten zog zum Fliegerhorst. Um 12 Uhr mittags gab es auch dort eine Feierstunde mit anschließender Truppenparade sowie die Schlüsselübergabe.

Der „Hanauer Anzeiger“ titelte am 20. März 1939: „Massenansturm auf den Fliegerhorst – 25.000 Menschen besuchten am Sonntag das Gelände.“ Die Einweihung sei ein „wahres Volksfest“ gewesen, auf dem „die Besucher die neuen Anlagen sowie die verschiedensten Flugzeugtypen aus nächster Nähe besichtigen konnten“. Die geplanten 10.000 Portionen Erbsen mit Speck zu je 30 Reichspfennigen seien in kürzester Zeit verputzt worden. Die Kantinen hätten alle Hände voll zu tun gehabt, um den Hunger der Besucher zu stillen.

Höhepunkt des Tages: die Flugschau, die die Menschen ebenso begeisterte wie der abschließende Schauangriff einer Kette von drei Kampfmaschinen auf ein auf dem Rollfeld errichtetes Holzhaus. Auch nach dem Flugprogramm, so der „Hanauer Anzeiger“, hätten sich die Besucher noch lange nicht vom Horst trennen wollen, zu Tausenden seien sie durch die Gebäude und das Gelände gewandert.

Fünf Monate später brach der Zweite Weltkrieg aus.

Neubauten

Hermann Göring stattete dem Fliegerhorst am 1. März 1940 („Tag der Luftwaffe“) einen Besuch ab. Als Reichsminister der Luftfahrt und damit Oberbefehlshaber der Luftwaffe war er gekommen, um erste Auszeichnungen zu verleihen. Zwei Tage später wurde außerdem eine Flugschule für Lastensegler errichtet. Das Training für die Flugzeugführer umfasste neben dem Formationsflug auch die sogenannten Präzisionsannäherungen und -landungen aus Höhen zwischen 1 000 und 2.000 Meter. Zusätzlich zu den Segelflugzeugen gab es verschiedene experimentelle Einheiten, zum Beispiel ein „Hochflug-Kampfgeschwader“.

Auch wenn das Deutsche Reich weiterhin „klamm“ war, war die Bauleitung nach der Einweihung in die geplante Bauphase 2 gegangen. Für die technischen Belange waren weitere Werkstattgebäude, Kfz- und Lagerhallen geplant. Im Süden sollten zusätzliche Wohnquartiere entstehen. Noch heute steht der 15 Meter hohe Luftraum-Beobachtungsturm, der damals inmitten des Geländes gemauert worden war. Auf dem ganzen Horstgelände kam es zu reger Bautätigkeit, und die Bauleitung hatte alle Hände voll zu tun, um den laufenden Betrieb nicht zu behindern.

Häftlinge und Zwangsarbeiter

Mit Kriegsbeginn wandelte sich das Leben auf dem Fliegerhorst: Immer mehr Personal traf ein, nicht zuletzt weil der Flugplatz inzwischen zum Leithorst erhoben war. Neue Maschinen wurden aufgestellt, die ersten beschädigten Flugzeuge kamen von den Frontflugplätzen zur Reparatur oder Ausschlachtung. Gleichzeitig wurden jetzt die Fachkräfte knapp, da immer mehr Männer zum Kriegsdienst eingezogen wurden. Auch das Material genügte nicht mehr. Der Ausbau kam in Verzug. Deshalb errichtete die SS am 1. Januar 1942 auf dem Reußerhof ein Arbeitslager, eine bis zum 25. März 1945 bestehende Außenstelle des Sonderlagers Hinzert in der Pfalz bei Hermeskeil.

Die hierher verschleppten Zwangsarbeiter aus Polen, Luxemburg und Frankreich mussten vor allem Rodungs- und Planierungsarbeiten übernehmen. Ab 1943 waren Frauen und Männer aus der Sowjetunion und aus Griechenland teils als Lagerhäftlinge, teils als Zwangsarbeiter auf dem Fliegerhorst eingesetzt. Sie hatten Schwerstarbeit zu leisten, dies vielfach bei ungenügender Verpflegung und Unterkunft unter menschenverachtenden Bedingungen.

Unglücksfälle

Mit dem Fliegerhorst sind zahlreiche Unglücksfälle verbunden. Am 7. Juni 1939 stürzte ein von dort gestarteter Kampfbomber des Kampfgeschwaders 55 über der Altstadt von Gelnhausen ab. Die Besatzung war auf der Stelle tot, der Bomber schuf mit einem noch vollen Treibstofftank ein Flammenmeer. Zudem explodierte eine 50-Kilo-Bombe infolge der Hitzeentwicklung. Sechs Menschen starben, 93 wurde verletzt, das ganze Stadtviertel war mehr oder weniger zerstört. 

Am 10. April 1940 stürzte eine Ju 87 aufgrund eines Motorschadens im Staatsforst Wolfgang ab, etwa 500 Meter von der Klosterruine entfernt. An der Absturzstelle findet man noch heute einen Gedenkstein für die beiden Toten.

Insgesamt kamen über die Kriegsjahre hinweg mehrere hundert Menschen im Zusammenhang mit dem Fliegerhorst ums Leben.

Im Visier der Bomben

Die ersten Bomben in der Gegend um Hanau, die womöglich den Fliegerhorst Langendiebach treffen sollten, fielen in der Nacht zum 11. August 1940 auf Bruchköbel. In den nächsten Jahren folgten zahllose Angriffe einzelner Fernkampfmaschinen. 1944 beherrschten Flieger der Alliierten den Himmel über Deutschland und griffen Tag und Nacht militärische und zivile Ziele im Reichsgebiet an. Im Herbst hatte man in Langendiebach unter Einsatz von Kriegsgefangenen und Fremdarbeitern mit Rodungsarbeiten begonnen, um die Start- und Landebahn um rund 300 Meter zu verlängern. Wahrscheinlich ist das den Alliierten beim Auswerten der Luftbilder nicht entgangen. Jedenfalls flogen sie im November und Dezember 1944 schwere Angriffe.

Bei der Bombardierung am 11. November 1944 warfen amerikanische Flieger 431,5 Tonnen Bomben ab, zerstörten dabei das Flugfeld vollständig und 20 Prozent der Gebäude und Kaserneneinrichtungen. Künftig musste für Starts und Landungen auf dem Fliegerhorst improvisiert werden. Dazu diente unter anderem das betonierte Hallenvorfeld, das von den Piloten großes fliegerisches Können erforderte: die Flügelenden nur wenige Meter von den Hangars entfernt und ohne hinreichende Beleuchtung bei Nacht.

Den nächsten Angriff auf den Fliegerhorst, diesmal mit Brandbomben, flogen die Briten am Heiligabend 1944. Die Verluste unter den deutschen Soldaten und der Zivilbevölkerung waren hoch. Ihre Namen führt ein Gedenkbuch, das heute noch in der Langendiebacher Kirche ausliegt.

Abzug und Einnahme

Am 27. März 1945 rückte das XX. US-Corps zwischen Offenbach und Großkrotzenburg vor. Zwei Tage später kam es zum Artilleriebeschuss der Orte Rückingen und Langendiebach sowie des Fliegerhorsts. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Deutschen den Flugplatz bereits geräumt. Mit den letzten Fliegern war auch das Bodenpersonal abgezogen. Die Amerikaner konnten den Fliegerhorst somit kampflos einnehmen. Am 21. April – neun Tage vor Hitlers Selbstmord – beschlagnahmte die US-Armee alle militärischen Liegenschaften der Garnison Hanau und damit auch den Fliegerhorst Langendiebach.

Zwei Wochen und drei Tage später war der Zweite Weltkrieg vorbei. Und auch für den Fliegerhorst begann ein neues Kapitel. 

 

 

1945 bis 2007 – Die amerikanischen Jahre

Große Zerstörungen

Als die Amerikaner den Fliegerhorst Langendiebach übernahmen, war er für den Flugbetrieb nicht mehr zu gebrauchen. In die Kasernen und Wirtschaftsgebäude, die von den Bomben verschont geblieben waren, zogen US-Armeeeinheiten, darunter ein Panzerbataillon. Im Sommer 1945 begann man damit, das Flugfeld wieder herzurichten. Keine leichte Aufgabe. Durch die vielen Bombentreffer war die vom Reichsarbeitsdienst verlegte Flugfeld-Entwässerung völlig zerstört worden, sodass das Flugfeld buchstäblich im Matsch versank.

Ursprünglich hatten die Amerikaner wohl auch nicht geplant, das Drainagesystem wieder herzustellen, sie schoben die Bombentrichter mit ihren Baumaschinen einfach zu. Dabei kam auch viel Kriegsschrott und so manches Flugzeugwrack unter die Erde.

Im Spätsommer entstand eine temporäre Start- und Landebahn aus stählernen Lochblechen, der ein Jahr später ein solides Rollfeld aus Asphalt und Beton folgte. Ganz offensichtlich war damit die endgültige Entscheidung gefallen, den Flugbetrieb wieder aufzunehmen. Die Start- und Landebahn wurde auf rund 1.000 Meter Länge und 30 Meter Breite ausgebaut, die Zu- und Abrollbahnen in etwa der gleichen Länge und einer Breite von sechs Metern. Für die Arbeiten hatte die US-Armee 2.500 deutsche Zivilisten eingestellt.

Im Brennpunkt des Kalten Krieges

Zwischen 1947 und 1952 nutzten die Amerikaner die Anlage für Kurierflüge und die Gebäude als Lagerhallen und Verwaltungsstelle. Doch „Airfield Y-91“, so die alliierte Bezeichnung bei Kriegsende, lag bald im Brennpunkt des Kalten Krieges. Denn Kinzigtal und Vogelsberg wurden als wahrscheinliche Angriffsrouten der Roten Armee mit Ziel Rhein-Main-Gebiet angesehen. Langendiebach lag damit am Rand der sogenannten „Fulda Gap“. Ein Sonderlager für atomare Waffen und eine Flugabwehrstellung wurden eingerichtet.

In den 1950er und 1960er Jahren bauten die Amerikaner die Anlage dann weiter aus und errichteten zahlreiche zusätzliche Gebäude und Einrichtungen.

Der Besuch Kennedys

Welche strategische Bedeutung die USA und die NATO dem Fliegerhorst Langendiebach im Kalten Krieg beimaßen, zeigt die Tatsache, dass niemand geringerer als der amerikanische Präsident John F. Kennedy zu Besuch kam. Nachdem er in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn gewesen war, hatte er am 25. Juni 1963 zunächst in Frankfurt und Wiesbaden Halt gemacht. Sein Hubschrauber landete schließlich um 10.29 Uhr, wie ein Chronist notierte, im Westen des Horstes.

Von den Soldaten und der Zivilbevölkerung wurde der Präsident begrüßt wie ein Popstar. Über 40.000 Menschen hatten sich eingefunden. Sie schwenkten Fahnen, sie winkten, sangen und riefen seinen Namen. Während Kennedy die Ehrenformation abschritt, spielte das Militärorchester nach den Nationalhymnen von Deutschland, Frankreich, Kanada und den USA auch die Melodie von „Moon River“, jenem zwei Jahre zuvor von Johnny Mercer getexteten und Henry Mancini komponierten Evergreen aus dem Film „Frühstück bei Tiffany’s“, der zu den Lieblingssongs des Präsidenten zählte.

Zur Ansprache Kennedys nahmen der hessische Ministerpräsident Georg August Zinn, Landrat Wilhelm Voller, Hanaus Oberbürgermeister Herbert Dröse und Langendiebachs Bürgermeister Heinrich Ruth auf der Tribüne Platz. Auch zahlreiche politische, gesellschaftliche und kulturelle Funktionsträger aus den umliegenden Kommunen waren dem US-Präsidenten auf der Tribüne ganz nah. Die militärische Kulisse der anschließenden Truppenschau sollte dem Warschauer Pakt demonstrieren, wie stark das westliche Verteidigungsbündnis aufgestellt war. Bei der Abnahme der angetretenen Soldaten saß der US-Präsident in demselben Fahrzeug (ein Lincoln Continental), in dem er später in Dalles erschossen wurde.

Hier finden Sie ein Video zum Kennedybesuch.

Truppenstandort

Am „Hanau US-Army Airfield“ (Hanau AAF) waren 1991 über 6.400 Soldaten mit mehreren Helikopterstaffeln stationiert. Neben einigen Transporthubschraubern vom Typ UH-1 und UH-60 waren die Haupteinsatzmuster AH-64-Kampf- und OH-58-Beobachtungshubschrauber.

Nach der deutschen Wiedervereinigung 1989 begann der Rückzug der stationierten US-Streitkräfte. In Langendiebach begann die Truppenreduzierung 1991. 15 Jahre später hatte die US-Army ihre Hubschrauber von dem Landeplatz abgezogen, im Oktober 2007 wurde die Fläche endgültig geräumt und der Standort Fliegerhorst Erlensee-Langendiebach geschlossen.

Folgende US-Einheiten waren hier bis 2007 stationiert:

 4th Brigade Headquarters

 1/50 1st Aviation Battalion (AH-64)

 2/50 1st Aviation Battalion (UH-60)

● 127th Aviation Support Battalion

 709th Military Police Battalion127th Military Police Company

● 127th Military Police Company

Weitere hier stationierte Einheiten:

● 3/58 Air Traffic Control

● V Corps Aviation Safety and Standardisation Detachment

● Det2, 7th Weather Sqdn

● Det2, 7th Weather Sqdn

Am 1. Oktober 2007 ging das rund 245 Hektar umfassende Militärgelände in den Besitz der Bundesrepublik Deutschland über.

 

 

2007 bis heute – Die zivilen Jahre

Enge Zusammenarbeit

Nach Rückübertragung in das Allgemeine Grundvermögen des Bundes ist heute die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) für die Liegenschaft zuständig. Am 23. Mai 2013 erwarb der 2011 gegründete „Zweckverband Fliegerhorst-Langendiebach“ die Fläche. Vorsitzende des Zweckverbands sind die beiden Bürgermeister Günter Maibach (Bruchköbel) und Stefan Erb (Erlensee). Im Rahmen des Zweckverbands findet eine enge interkommunale Zusammenarbeit der beiden Städte zur Entwicklung, Erschließung und Vermarktung der Liegenschaft statt. Grundlage für das Vorgehen beider Städte bilden die Ergebnisse einer 2008 in Auftrag gegebenen technisch-wirtschaftlichen Machbarkeitsstudie.

Inzwischen wird diese Fläche als Logistik-, Dienstleistungs- und Gewerbestandort vermarktet. 95 Prozent sind inzwischen vermittelt. Außerdem entsteht hier das so genannte Boardinghouse mit Hotelzimmern und Service-Apartments sowie eine große Reit- und Eventhalle. Das Sportzentrum der Stadt Erlensee, vornehmlich genutzt als Fußballplatz, ist ebenfalls hier zu finden.

Am Nachmittag des 30. Juli 2015 brach im Dachstuhl des Gebäudes, in dem früher der Offiziersclub und die Poststelle untergebracht waren, ein Feuer aus, das rasch auf das gesamte Gebäude übergriff. Trotz des Einsatzes von Feuerwehren aus dem gesamten Main-Kinzig-Kreis, aus Frankfurt sowie von Wasserwerfern der Polizei konnte nicht verhindert werden, dass das gesamte denkmalgeschützte Gebäude mit dem Uhrenturm ausbrannte. Es soll nicht wieder aufgebaut werden.

 

Quellen:

Jens Arndt/Werner Kurz: „Deckname ‚Briefwaage‘ – Der Fliegerhorst Langendiebach 1936 bis 1945“, Hanau 2008

www.der-weltkrieg-war-vor-deiner-tuer.de.tl/Erlensee_Langendiebach.htm

www.geschichte-erlensee.de

www.erlensee.de

 

Weitere interessante Links:

Geschichtsverein Erlensee

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