Wilhelm Brandenburg kommt an den Fliegerhorst

Die Entscheidung ist gefallen: Das Unternehmen Wilhelm Brandenburg wird sich im Gewerbepark Fliegerhorst ansiedeln. Wie Bürgermeister Stefan Erb erfreut mitteilte, entstehen auf der rund 17 ha großen Fläche, zu der unter anderem die Housing Area gehört, zunächst rund 1000 Arbeitsplätze, weitere 500 seien möglich.

Was für die Stadt Frankfurt eine herbe Niederlage bedeutet, ist für Bürgermeister Stefan Erb ein Erfolg des für Investoren geleisteten Supports durch Planer und Mitarbeiter: „Wir kümmern uns um Investoren und stehen mit Rat und Tat zur Seite“. Auf der nächsten Versammlung des Zweckverbands wird über die Kaufabsicht des Großunternehmens entschieden.

Laut Bürgermeister Stefan Erb sprechen viele von REWE/Brandenburg selbst dargestellte Fakten für den Standort Erlensee. Über die reinen Fakten hinaus sei er erfreut, dass in den Kommunen Bruchköbel und Erlensee die Wirtschaftsförderung gut funktioniert.

Boardinghouse geplant

Interview mit Hotelmanager Stefan Fischer 

Nach viel Vorarbeit ist es so weit: Den Bauantrag für das „Boardinghouse“ wird der künftige Hotelmanager Stefan Fischer zusammen mit den beiden indischen Investoren Rohit Jain und Sukhwinder Singh kurzfristig einreichen. Wenn alles nach Plan läuft, kann das innovative Hotellerieprojekt im ersten Quartal 2018 seiner Bestimmung übergeben werden.

Es handelt sich dabei um die zwei Gebäude mit den Nummern 1225 und 1226 ganz im Süden des Fliegerhorst-Areals. Beide aus den 1930er Jahren stammende Häuser werden durch einen 320 Quadratmeter großen Glasbau miteinander verbunden, der eine große Lobby mit angeschlossenem Restaurant, Bar und überdachter Vorfahrt zwischen beiden Häusern bildet. Neben der Kernsanierung unter strenger Beachtung der Denkmalschutz-Vorgaben wird es zudem eine große Terrasse zur Südseite hin geben. Die Investitionen belaufen sich auf rund 2,5 Millionen Euro.

Weitere Einzelheiten erklärt Stefan Fischer im Gespräch.

 

Welches Beherbergungskonzept steckt hinter dem Boardinghouse?

Einerseits entstehen 42 klassische Hotelzimmer. Im zweiten Gebäude wird es 24 so genannte Service-Apartements geben. Sie bestehen aus einem oder zwei Zimmern mit – anders als im Hotel – integrierter Küchenzeile mit komplettem Kochinstrumentarium. Wir reagieren damit auf die wachsende Nachfrage von Reisenden nach einer attraktiven Alternative zur Pension und haben damit in Seligenstadt schon sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Gäste können sich hier selbst vorsorgen und ihre Mahlzeiten zubereiten. Außerdem bieten wir einen Einkaufs- und Wäscheservice an, darüber hinaus eine Waschküche. Und natürlich gibt es auch einen Reinigungsdienst, der aber nicht zwangsläufig täglich kommt, sondern ganz nach Wunsch des Gastes.

 

Wer ist die Zielgruppe solcher Apartments?

Wir bieten keine „Monteurzimmer“ an, sondern hochwertige und dennoch kostengünstige Apartments. Interessenten sind Geschäftsleute, die für ein paar Wochen oder Monate eine Unterkunft benötigen, etwa Geschäftsführer, Übergangsvorstände, Verkaufsdirektoren, aber beispielsweise auch Trainer und Ausbilder, Leiter und Mitarbeiter von temporären Projekten oder aus Auslandsniederlassungen, die aus den unterschiedlichsten Gründen für ein paar Monate in Deutschland sind. Nicht jeder kann oder will jeden Abend im Restaurant essen, sondern will es sich einfach nach Feierabend gemütlich machen. Manche wissen nicht, an welchen Tagen genau sie ein Zimmer benötigen und mieten ein solches Apartment einfach für einen bestimmten Zeitraum. Kostengünstig, flexibel, geborgen – das sind die drei zentralen Schlagworte.

 

Wie schätzen Sie die Rentabilität ein?

Wir erwarten eine hohe Auslastung, vor allem von Montag bis Freitag, denn die bisherige Nachfrage nach hochwertigen Unterkünften übersteigt im Raum Hanau das Angebot bei weitem.

 

Wie sieht es mit der Verkehrsanbindung aus?

Die meisten Gäste dürften über ein Auto verfügen, da liegt der Fliegerhorst ja sehr verkehrsgünstig nicht weit von den Autobahnen 45 und 66. Es gibt aber auch eine Busverbindung nach Hanau. Eine S-Bahn-Anbindung ist geplant, dauert aber wohl noch. Und dann ist ein sogenannter X-Bus des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) im Gespräch, der direkt zum Hessen Center fährt.

 

Mit wie viel Personal rechnen Sie?

Das Housekeeping werden wir sicherlich an einen örtlichen Dienstleister outsourcen. Für die anderen Dienstleistungen werden wir wohl zehn bis 15 Mitarbeiter einstellen.

 

Planen Sie weitere Hotels und Apartments im Fliegerhorst?

Wir haben eine Kaufoption für die zwei danebenliegenden Gebäude. Jetzt schauen wir aber erst einmal, wie es mit den ersten beiden läuft.