Rundflug um den südlichen Gebäudetrakt

Michael Joest von www.kunstvomfeld.de hat uns freundlicherweise einen Rundflug um den südlichen Gebäudetrakt zur Verfügung gestellt.

Von der Idee zum fertigen Bebauungsplan – Mit Städteplaner Thomas Egel unterwegs im Fliegerhorst

Der „Fliegerhorst“ ist seit einigen Jahren das Top-Thema in der Stadt Erlensee. Seit dem Abzug der Amerikaner hat sich das Gelände enorm verändert. Wir waren mit Städteplaner Thomas Egel im Fliegerhorst unterwegs und haben einmal „hinter die Kulissen“ seiner umfangreichen Planungsarbeit geschaut.

Seit 34 Jahren arbeitet Thomas Egel als Architekt und Landschaftsplaner, vor 20 Jahren gründete er die „Planungsgruppe Thomas Egel – Architekturbüro für Städtebau und Landschaftsplanung“ in Langenselbold und ist seitdem selbstständig. Die Stadt Erlensee betreut er seit 18 Jahren und war unter anderem für die Projekte Neue Mitte, das Wohngebiet vor dem neuen Friedhof in Langendiebach, die Umgestaltung der Leipziger Straße, die Entwicklung des Gewerbeparks Erlensee sowie für die Baugebiete Büchensaal und Am Kreuzweg planerisch tätig.

Im Jahr 2005 wurden erste Ideen für den Fliegerhorst entwickelt, nachdem sich Gerüchte um einen bevorstehenden Abzug der Amerikaner verdichteten. Nach dem 2007 erfolgten Abzug wurde eine Flächennutzungsplanänderung mit einem ersten Grobkonzept entworfen, 2009 gab es erste Pläne für das Sportzentrum.

Wie Thomas Egel erläuterte, war der Fliegerhorst – wie jede andere Militärfläche – im Raumordnungsplan als Weißfläche ausgewiesen. Sprich: nicht beplant. Daher wurde zunächst von den beiden Kommunen Bruchköbel und Erlensee eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um zu klären, was man mit dem Gelände anfangen will.

„Man muss daran denken, dass dies zu der Zeit der großen Wirtschaftskrise geschah. 2008 war der Gewerbepark Erlensee zu zwei Dritteln verkauft, wenig später waren die Flächen wieder frei. Es war eine schwierige Zeit und auch eine trockene Zeit für Planungsbüros. Da lief nichts! Und in dieser Zeit begann man sich Gedanken zu machen über eine 100 Hektar große Fläche, die man als Gewerbepark Fliegerhorst vermarkten wollte. Zur gleichen Zeit wurden die Militärflächen in Hanau frei“, so Thomas Egel.

Viele Ideen für den Fliegerhorst

Zunächst wurde von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) die Idee entwickelt, flächendeckend das Gelände für Photovoltaik-Anlagen zu nutzen, alle Gebäude und auch die Start- und Landebahn. Danach gab es Anfragen von Firmen, die die Start- und Landebahn nutzen wollten. Politisch wollte man jedoch keinen Flugverkehr mehr haben, daher wurde diese Idee auch nicht weiterverfolgt.

Den Fliegerhorst als Wohngebiet zu nutzen, also als dritten Stadtteil, verwarf man ebenfalls ganz schnell, da man aufgrund der fehlenden Infrastruktur das Risiko einer Ghetto-Bildung als zu hoch betrachtete. Zumal man damals auch davon ausging, dass man zukünftig keine weiteren Wohnungen mehr benötige.

Thomas Egel: „Die damalige Annahme bei den Planungen war so, dass man davon ausging, man brauche weder Gewerbe noch Wohnungen. Der jetzt gültige Regionale Flächennutzungsplan (RegFNP) beruht auf Vorplanungen von 2005, also aus jener Zeit. Dass sich die Welt seitdem komplett verändert hat und sich die Annahmen als völlig falsch erwiesen haben, ist ein Phänomen, dass eigentlich heute ausführlich diskutiert werden müsste.“ Letztlich war man nach allen Überlegungen zu dem Schluss gekommen, den Fliegerhorst gewerblich zu entwickeln.

Der alte RegFNP sah im Westen eine große Rechtecksfläche vor. Hier wollte sich damals die Firma Amazon ansiedeln. Insgesamt waren 30 Hektar für Gewerbe vorgesehen, der Rest entfiel auf Logistik. Die Flächenverhältnisse waren vorgegeben und haben sich auch nicht geändert, nachdem die Aufteilung auf die Dreiecksfläche vorgenommen wurde nach Vorgaben des Denkmalschutzes. Dieses Verhältnis gilt auch heute noch.

Bauleitplanung

Wenn ein Bauherr auf einer Grundstücksfläche eine Firma bauen möchte, muss als erstes geprüft werden, welche Vorgaben der Reg FNP macht, sprich, ob dieses Vorhaben mit den Vorgaben vereinbar ist. Danach wird ein Bebauungsplan erstellt.

Falls es sich bei dem Gebiet um kein ausgewiesenes Gewerbegebiet handelt, muss eine Umwidmung beantragt werden. Diese erfolgt durch übergeordnete Behörden, wie das RP Darmstadt und der Planungsverband.

Zu beachten ist unter anderem, ob die Fläche in einem regionalen Grünzug liegt oder in einem Vorranggebiet für die Landwirtschaft, ob es in einem Landschafts- oder einem Naturschutzgebiet liegt. Die Überprüfung einer Fläche nimmt in der Regel einen Zeitraum von etwa zwei Jahren in Anspruch. Manchmal kann es nötig werden, eine Änderung des RegFNP zu beantragen, bevor man einen Bebauungsplan erstellen kann“, so Thomas Egel.

Zu planen ist beispielsweise, wie die Fläche erschlossen werden soll. Zu beachten ist unter anderem der Artenschutz. Dazu wird in der Regel ein Artenschutzgutachten in Auftrag gegeben. Thomas Egel: „Hier kann es nötig werden, dass im Falle der Entdeckung seltener Tierarten eine Umsiedlung zu erfolgen hat. Ein Beispiel dazu: Wanderfalken wurden aus dem Fliegerhorst umgesiedelt. Sie haben in Nistkästen bei der Firma Gebr. Heinemann eine neue Heimat gefunden. Auf dem zukünftigen Brandenburg-Gelände im Fliegerhorst werden zum Beispiel Eidechsen umgesiedelt, bevor die Bauarbeiten starten können.“

Der Artenschutz wird über das EU-Recht geregelt, welches spezielle Tierarten aufführt, die darunterfallen und entsprechend beachtet werden müssen. Daneben gibt es nach dem Baugesetzbuch das Thema „Ausgleichsflächen“. Bei nötig werdenden Versiegelungen müssen entsprechende Ausgleichsmaßnahmen vorgenommen werden. Der für den „Grünteil“ des Fliegerhorstes zuständige Bundesforst (eine Unterabteilung der BImA) hat vom Zweckverband Fliegerhorst bis jetzt finanzielle Mittel in Höhe von rund 2 Millionen Euro für Artenschutz- und Ausgleichsmaßnahmen erhalten.

Geschaffen wurden damit unter anderem Biotope und Nistplätze sowie Ersatzlebensräume. Auch die jetzt dort erfolgte Ansiedlung von Galloway Rindern wurde damit finanziert.

Bebauungsplan

Im Entwurf eines Bebauungsplans werden Festlegungen getroffen bezüglich der Bebauungsdichte, der Gestaltung, wie der Kanal verlaufen wird und ob die Kläranlage groß genug ist und viele weitere Punkte.

Dieser Entwurf wird im Rahmen einer frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung öffentlich ausgelegt und den sogenannten Trägern öffentlicher Belange (TÖB)  – Naturschutzbehörde, Denkmalschutzbehörde und viele weitere – aktiv bekanntgegeben, die jeweils Stellungnahmen zu dem Vorhaben abgeben. Wichtig ist hierbei besonders, dass alle TÖB informiert werden. Außerdem können betroffene Bürgerinnen und Bürger Stellungnahmen abgeben.

Danach werden diese bewertet und fließen je nach Relevanz in die weitere Planung ein. Bei der Bekanntgabe des Bebauungsplans wird dieser erneut ausgelegt und das gleiche Verfahren wie oben angewendet.

„Alle Stellungnahmen müssen im übrigen beachtet und bewertet werden. Was noch wichtig ist: Mit der zweiten Offenlegung verfallen die Stellungnahmen der frühzeitigen Beteiligung. Sollten von den Einwendern und TÖB diese aufrechterhalten werden, müssen diese erneut abgegeben werden. Bei dem Verfahren der geplanten Südostanbindung an den Fliegerhorst erhalten die Einwender übrigens eine Mitteilung der Kommune mit der Frage, ob die Stellungnahme aufrecht erhalten bleiben soll, da diese ansonsten im zweiten Verfahren wegfalle. Das ist normalerweise in einem solchen Verfahren nicht üblich und gegenüber den Bürgern von Seiten der Kommune wirklich fair“, so Thomas Egel.

Der gesamte Abwägungsprozess muss völlig fehlerfrei sein. Die abschließende Abwägung wird dann dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt. Dieses beschließt dann den Bebauungsplan als Satzung, was vergleichbar ist mit einem neuen Gesetz. Dieser Bebauungsplan wird erneut bekanntgegeben und nach einer Einspruchsfrist rechtskräftig. Erst dann können die Bagger anrollen.

Insgesamt ist die Aufstellung eines Bebauungsplans neben den eigentlichen Planungen ein komplizierter Abstimmungs- und Abwägungsprozess, der zudem völlig transparent und fehlerfrei verlaufen muss. So werden bei den beschriebenen öffentlichen Auslegungen sämtliche Planungsunterlagen und alle erstellten Gutachten für jeden zur Einsicht freigegeben.

„Da wir diese während der Offenlegung auch über das Internet freischalten, war es noch nie so einfach wie heute, sich umfassend zu informieren. Gleichwohl muss man dabei neben dem Interesse auch einige Zeit investieren, denn die Unterlagen sind sehr umfangreich, stellen jedoch auch einen wahren Fundus an Informationen dar“, so Thomas Egel abschließend.

 

 

Fliegerhorst verfügt über topmodernes Abwassersystem

Die Entwässerung des Fliegerhorstes geschieht im sogenannten Trennsystem, d.h. das Schmutzwasser aus Toiletten, Duschen, usw. und das Regenwasser (Oberflächenwasser) werden in eigenen, getrennten Kanälen gesammelt.

Während das Regenwassersystem mit bis zu zwei Meter dicken Rohren weitgehend intakt übernommen werden konnte, musste das gesamte Schmutzwassersystem im Fliegerhorst bei der Einrichtung des Gewerbeparks vom Zweckverband erneuert werden.

Der Gewerbepark Fliegerhorst hat daher heute auf der gesamten Fläche ein Kanalsystem, das sich auf dem neuesten Stand der Technik befindet und alle erforderlichen Normen erfüllt.

Insgesamt wurden hierfür rd. 5,6 Mio. Euro investiert.

Das gesamte Abwasser fließt zunächst zu einem neu gebauten Abwasserhebewerk, welches sich im Süden des Fliegerhorsts befindet. Dort werden regelmäßig sowohl die Durchflussmenge gemessen als auch die Proben zur Bestimmung der Abwasserqualität gezogen.

Von dort fließt das Abwasser weiter zur Kläranlage Erlensee, wo die gezogenen Proben auf mehrere Parameter hin analysiert werden.

Das Regenwasser fließt dagegen zu einem 2800 m³großen Regenwasserklärbecken, welches sich an der südwestlichen Ecke des Fliegerhorstgeländes befindet und wird von dort über den vorhandenen Kanal dem Fallbach zugeführt

Zweckverbandsversammlung gibt grünes Licht für Ansiedlung der Firma Wilhelm Brandenburg am Fliegerhorst

Einstimmig beauftragte die Zweckverbandsversammlung am Mittwochabend im Sitzungssaal des Erlenseer Rathauses den Vorstand des Zweckverbands, mit der Firma Wilhelm Brandenburg einen Kaufvertrag abzuschließen. Somit wurde der Startschuss gegeben für „ein großartiges Projekt im Fliegerhorst“, wie es der Vorsitzende der Versammlung, Peter Ließmann bezeichnete.

Die Qualitätsmetzgerei Wilhelm Brandenburg, ein Unternehmen der REWE Group, wird im südwestlichen Bereich des Fliegerhorsts auf einer insgesamt rund 160.000 m² großen Fläche eine etwa 70.000 m² große Produktionsfläche für Fleisch, Wurst und Feinkostsalate errichten. Schlachtungen oder der Transport von lebenden Tieren werden nicht durchgeführt.

Wie der zuständige Projektleiter mitteilte, werden dort zukünftig rund 1300 Mitarbeiter beschäftigt sein.

Die Betriebsstätte im Fliegerhorst wird zudem der neue Verwaltungssitz. Die Standorte Frankfurt und Dreieich werden geschlossen.

Auf dem Gelände wird außerdem eine firmeneigene Kläranlage neu errichtet, da die Kapazitäten für die Reinigung der Abwässer weder in Hanau noch in Erlensee vorhanden sind. Wie weiter berichtet wurde, seien bereits jetzt die bisher in Dreieich und Frankfurt beschäftigten Mitarbeiter dabei, einen Umzug in die Nähe ihrer neuen Produktionsstätte zu planen. Allgemein wird davon ausgegangen, dass neben der Zahlung der Gewerbesteuer vor Ort – wie dies deutlich betont wurde – auch die Geschäftswelt profitieren werde. Daneben erwartet man positive Effekte bezüglich des Ausbaus der Verbindungen im Öffentlichen Personennahverkehr.

Über weitere Details wurden die Mitglieder der Zweckverbandsversammlung bereits am Montagabend in einer nichtöffentlichen Sitzung informiert. Um dennoch einige Informationen auch an die Öffentlichkeit weiterzugeben, bat NFE-Fraktionsvorsitzende Carmen Merz um entsprechende Ergänzungen der Ausführungen durch den Projektleiter der Firma Wilhelm Brandenburg.

Wie dieser daraufhin weiter mitteilte, führt Wilhelm Brandenburg für jedes verkaufte Kilogramm Schweine- und Geflügelfleisch sowie -wurst  4 Cent an die Initiative Tierwohl, die Maßnahmen für mehr Tierwohl in der Landwirtschaft finanziert.

Bezüglich des erwarteten LKW- und Pkw-Verkehrs wurden rund 250 LKW-Fahrten pro Tag genannt, wobei sich diese fast ausschließlich auf die Tages- und nicht die Nachtstunden verteilen, sowie rund 1300 PKW-Fahrten mit Spitzenaufkommen bei Schichtwechseln.

Befürchtungen einer möglichen Geruchsbelästigung konnte der Projektleiter dahingehend als unbegründet bezeichnen, da die neu zu errichtende Produktionsstätte nach den Richtlinien des Bundesimmissionsschutzgesetzes errichtet und die Vorgaben der Technischen Anleitung Luft eingehalten werden müssen.

Der Vorsitzende der Verbandsversammlung, Peter Ließmann, wies noch einmal darauf hin, dass sich die Bürgerinnen und Bürger darüber ausführlich während der Genehmigungsphase informieren könnten, da die Unterlagen im Rahmen der Anhörung öffentlich ausgelegt werden.

Wichtig sei für das Unternehmen aus verkehrstechnischer Sicht auch die Realisierung der neuen Süd-Ost-Anbindung des Fliegerhorsts. Diese soll zunächst auf der alten Trasse der früheren Fliegerhorst-Zufahrt verlaufen und dann vor der Markwaldsiedlung und den „Sandwiesen“ nach Norden schwenken, um dann in Höhe des ALDI-Marktes auf die Landesstraße geführt werden. Ein zu errichtender Lärmschutzwall soll die dortigen Anwohner vor Lärm schützen, wie Thomas Egel vom Planungsbüro Egel ausführte. Das diesbezügliche Beteiligungsverfahren im Rahmen des aufzustellenden Bebauungsplans soll im Frühjahr 2018 beginnen.

Terramag-Projektleiter Thomas Müller zeigte sich nach einem kurzen Rückblick über die letzten vier Jahre sehr zufrieden über das Erreichte und verwies darauf, dass damals die richtige Entscheidung getroffen wurde, das Fliegerhorstgelände gemeinsam von Bruchköbel und Erlensee in einem Zweckverband zu vermarkten und zu entwickeln.

Auch für das Innere des Dreiecks, welches sich im Besitz der Firma Retro Klassik befindet, sah er weiter Potential. Der Zweckverband strebe hier eine Kooperation an, um weitere großartige Unternehmen zu gewinnen, wie er ausführte.

Da die Investoren Singh/Jain, die im Süden des Fliegerhorsts eine Hotelanlage errichten wollen, auch eine Kaufoption auf das östlich davon stehende große MP-Gebäude abgegeben hätten, wäre der Fliegerhorst „ausverkauft“.

Weitere Infos unter www.wilhelmbrandenburg.de

Wilhelm Brandenburg kommt an den Fliegerhorst

Die Entscheidung ist gefallen: Das Unternehmen Wilhelm Brandenburg wird sich im Gewerbepark Fliegerhorst ansiedeln. Wie Bürgermeister Stefan Erb erfreut mitteilte, entstehen auf der rund 17 ha großen Fläche, zu der unter anderem die Housing Area gehört, zunächst rund 1000 Arbeitsplätze, weitere 500 seien möglich.

Was für die Stadt Frankfurt eine herbe Niederlage bedeutet, ist für Bürgermeister Stefan Erb ein Erfolg des für Investoren geleisteten Supports durch Planer und Mitarbeiter: „Wir kümmern uns um Investoren und stehen mit Rat und Tat zur Seite“. Auf der nächsten Versammlung des Zweckverbands wird über die Kaufabsicht des Großunternehmens entschieden.

Laut Bürgermeister Stefan Erb sprechen viele von REWE/Brandenburg selbst dargestellte Fakten für den Standort Erlensee. Über die reinen Fakten hinaus sei er erfreut, dass in den Kommunen Bruchköbel und Erlensee die Wirtschaftsförderung gut funktioniert.

Boardinghouse geplant

Interview mit Hotelmanager Stefan Fischer 

Nach viel Vorarbeit ist es so weit: Den Bauantrag für das „Boardinghouse“ wird der künftige Hotelmanager Stefan Fischer zusammen mit den beiden indischen Investoren Rohit Jain und Sukhwinder Singh kurzfristig einreichen. Wenn alles nach Plan läuft, kann das innovative Hotellerieprojekt im ersten Quartal 2018 seiner Bestimmung übergeben werden.

Es handelt sich dabei um die zwei Gebäude mit den Nummern 1225 und 1226 ganz im Süden des Fliegerhorst-Areals. Beide aus den 1930er Jahren stammende Häuser werden durch einen 320 Quadratmeter großen Glasbau miteinander verbunden, der eine große Lobby mit angeschlossenem Restaurant, Bar und überdachter Vorfahrt zwischen beiden Häusern bildet. Neben der Kernsanierung unter strenger Beachtung der Denkmalschutz-Vorgaben wird es zudem eine große Terrasse zur Südseite hin geben. Die Investitionen belaufen sich auf rund 2,5 Millionen Euro.

Weitere Einzelheiten erklärt Stefan Fischer im Gespräch.

 

Welches Beherbergungskonzept steckt hinter dem Boardinghouse?

Einerseits entstehen 42 klassische Hotelzimmer. Im zweiten Gebäude wird es 24 so genannte Service-Apartements geben. Sie bestehen aus einem oder zwei Zimmern mit – anders als im Hotel – integrierter Küchenzeile mit komplettem Kochinstrumentarium. Wir reagieren damit auf die wachsende Nachfrage von Reisenden nach einer attraktiven Alternative zur Pension und haben damit in Seligenstadt schon sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Gäste können sich hier selbst vorsorgen und ihre Mahlzeiten zubereiten. Außerdem bieten wir einen Einkaufs- und Wäscheservice an, darüber hinaus eine Waschküche. Und natürlich gibt es auch einen Reinigungsdienst, der aber nicht zwangsläufig täglich kommt, sondern ganz nach Wunsch des Gastes.

 

Wer ist die Zielgruppe solcher Apartments?

Wir bieten keine „Monteurzimmer“ an, sondern hochwertige und dennoch kostengünstige Apartments. Interessenten sind Geschäftsleute, die für ein paar Wochen oder Monate eine Unterkunft benötigen, etwa Geschäftsführer, Übergangsvorstände, Verkaufsdirektoren, aber beispielsweise auch Trainer und Ausbilder, Leiter und Mitarbeiter von temporären Projekten oder aus Auslandsniederlassungen, die aus den unterschiedlichsten Gründen für ein paar Monate in Deutschland sind. Nicht jeder kann oder will jeden Abend im Restaurant essen, sondern will es sich einfach nach Feierabend gemütlich machen. Manche wissen nicht, an welchen Tagen genau sie ein Zimmer benötigen und mieten ein solches Apartment einfach für einen bestimmten Zeitraum. Kostengünstig, flexibel, geborgen – das sind die drei zentralen Schlagworte.

 

Wie schätzen Sie die Rentabilität ein?

Wir erwarten eine hohe Auslastung, vor allem von Montag bis Freitag, denn die bisherige Nachfrage nach hochwertigen Unterkünften übersteigt im Raum Hanau das Angebot bei weitem.

 

Wie sieht es mit der Verkehrsanbindung aus?

Die meisten Gäste dürften über ein Auto verfügen, da liegt der Fliegerhorst ja sehr verkehrsgünstig nicht weit von den Autobahnen 45 und 66. Es gibt aber auch eine Busverbindung nach Hanau. Eine S-Bahn-Anbindung ist geplant, dauert aber wohl noch. Und dann ist ein sogenannter X-Bus des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) im Gespräch, der direkt zum Hessen Center fährt.

 

Mit wie viel Personal rechnen Sie?

Das Housekeeping werden wir sicherlich an einen örtlichen Dienstleister outsourcen. Für die anderen Dienstleistungen werden wir wohl zehn bis 15 Mitarbeiter einstellen.

 

Planen Sie weitere Hotels und Apartments im Fliegerhorst?

Wir haben eine Kaufoption für die zwei danebenliegenden Gebäude. Jetzt schauen wir aber erst einmal, wie es mit den ersten beiden läuft.